bitte helfen sie mit mir zusammen, den jungen menschen von burkina faso eine zukunftperspektive zu geben. ich bin ihnen sehr dankbar!
herzlich
ihre
bea petri

Die Ausgangslage

Die renommierte Schweizer Maskenbildnerin Bea Petri hat im November 2008 im Auftrag der Schweizer Entwicklungshilfeorganisation Swisscontact vier Wochen an der Schneiderinnenschule "NAS MODE" in der Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou verbracht. Swisscontact ist eine anerkannte Organisation, die von Schweizer Wirtschaftsführern gegründet wurde und sich seit fünfzig Jahren ausschliesslich dem Vermitteln von professionellen Berufskenntnissen in Entwicklungsländern widmet. Ziel war auch in diesem Fall ein intensiver beruflicher Knowhow-Transfer in den Bereichen Maskentechnik und Kosmetik für Theater, Film- und TV-Produktionen. Burkina Faso gilt als Zentrum des afrikanischen Filmschaffens und Ouagadougou beherbergt alle zwei Jahre das grösste Filmfestival Afrikas unter dem Namen FESPACO.

Das Land Burkina Faso

Burkina Faso gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Erde und liegt am Südrand der Sahelzone. 13.7 Mio. Einwohner verteilen sich auf ein Land, das etwa siebenmal der Fläche der Schweiz entspricht. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 60% und der Alphabetisierungsgrad bei rund 30%: Politisch gilt das Land als stabil und es unterhält intensive wirtschaftliche und kulturelle Kontakte mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Exportartikel sind kunsthandwerkliche Gegenstände und in bescheidenem Mass landwirtschaftliche Produkte wie Baumwolle und Erdnüsse.

Das Ausbildungszentrum "NAS MODE"

Unter dem Namen "NAS MODE" betreibt die engagierte Burkinabé Mme. Safi Ouattara Diallo seit 2001 eine professionelle Schneiderinnenschule, die sich auch als Kostümherstellerin für Theater, Film- und TV-Produktionen profilieren konnte. Fast inexistent waren hingegen Kenntnisse in maskentechnischen Belangen, die immer wieder im Ausland eingekauft oder aus Kostengründen mit unbefriedigenden Resultaten vor Ort erbracht wurden. Safi Ouattara hat deshalb bei Swisscontact um das Vermitteln von professionellen Kenntnissen nachgesucht und die Notwendigkeit begründen können. Diese ausgewiesene Nachfrage führte anschliessend zur Vermittlung von Bea Petri durch Swisscontact an das Ausbildungszentrum "NAS MODE". Berufsvermittler von Swisscontact arbeiten grundsätzlich ehrenamtlich und werden lediglich für die Reise und die Spesen entschädigt. "NAS MODE" bildet in dreijährigen Lehrgängen junge Frauen und Männer zu Schneiderinnen und Schneidern aus. Die Technik und das Handwerk berücksichtigen die lokalen Tradionen und verwenden die verfügbaren Produkte. Aufträge von privaten Unternehmen und der öffentlichen Hand ermöglichen "NAS MODE" eine gewisse Refinanzierung für die Ausbildungskosten und den Unterhalt der Infrastruktur der Schneiderinnenschule.

Die neuen Lehrgänge

Bea Petri hatte die Aufgabe, zum Fachgebiet der Schneider und Schneiderinnen mit einfachen Mitteln eine (Zusatz-)Ausbildung für angehende Maskenbildnerinnen zu implementieren. Dafür standen ihr die bestehenden Räume und der Enthusiasmus der Schulleiterin Safi Ouattara Diallo zur Verfügung. Alle Materialien und Lehrmittel mussten eingeführt werden und wurden von Bea Petri finanziert.

Die Ausgangslage war also sehr rudimentär und erforderte viel Geduld und Improvisationsgabe. Die neue Ausbildung musste ausserdem die unterschiedlichen Voraussetzungen von dunklen Teints gegenüber hellen Hauttypen berücksichtigen. Es zeigte sich schnell, dass aufgrund der klimatischen Verhältnisse mit Tagestemperaturen über 40°C spezielle Haut- und Haarpflegeaspekte in die Ausbildung eingebaut werden mussten.

Der Weg zur Maskenbildnerin führte folgerichtig über eine Ausbildung zur Kosmetikerin und schliesst auch das Fachgebiet Haarpflege/Hairstiling mit ein. Diese breite Grundschulung befähigt die Absolventinnen, ihre Kenntnisse auch in anderen Tätigkeitsgebieten als Dienstleistung für die Kundinnen und Kunden anzubieten.

Die zusätzliche Infrastruktur

Sehr schnell war klar, dass das bestehende Raumangebot für die neuen Lehrgänge ungeeignet und vor allem zu klein war. Bea Petri hat deshalb eine baulich integrierte Nachbarliegenschaft aus eigenen Mitteln sanieren lassen. Diesem Zusatzeffort kommt im Nachhinein eine eigentliche Schlüsselfunktion zu, denn auch die städtischen Behörden brachten dem innert Kürze entstandenen Projekt grossen Respekt entgegen. Safi Ouattara Diallo wird seitdem noch deutlicher als sehr wichtige Partnerin in Ausbildungsfragen wahrgenommen und in beschränktem Rahmen unterstützt.

Die Relevanz des Angebotes in einem Drittweltland

Angesichts der ökonomischen und sozialen Probleme des Landes könnte die neue Kosmetik- und die Coiffureausbilung auf den ersten Blick als überflüssiger Service betrachtet werden. Diese westliche Sicht verkennt aber, dass die Menschen in Burkina Faso durchaus vergleichbare Bedürfnisse haben und Schönheitspflege und äusserliches Erscheinen wie bei uns ein wichtiger Aspekt für das Selbstbewusstsein ist. Die Haut- und Haarpflege erweist sich darüber hinaus als wichtige hygienische Massnahme und beugt den weit verbreiteten entzündlichen Hautkrankheiten vor. Das Schminken und Schmücken des Kürpers hat in Afrika ausserdem eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert.

Die ersten Erfolge

Bereits nach dem ersten durch Bea Petri vermittelten Ausbildungslehrgang konnte "NAS MODE " die neuen Kompetenzen dem nationalen Fernsehen anbieten. Dieses macht davon gerne Gebrauch und verhilft "NAS MODE " mit einem regelmässig ausgestrahlten Spot zu einer willkommenen Werbung für die Schule. Engagements für Filme, ein Musical und Theaterproduktionen sind ebenfalls eingeplant.

Für die Bevölkerung bietet "NAS MODE " ein einfaches Pflegeprogramm als Dienstleistung an, das einerseits der Ausbildung dient und zu bescheidenen Einnahmen verhilft.

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Das Projekt verfolgt wie bereits die Couture-Ausbildung das klare Ziel, den jungen Menschen mit einer fundierten Ausbildung eine Arbeits- und Lebensperspektive zu bieten. Dieser Aspekt unterscheidet sich von anderen Hilfsprogrammen, die primär in humanitären, medizinischen und landwirtschaftlichen Bereichen angesiedelt sind und mehr Hilfs- als Ausbildungscharakter haben. Breit abgestützte Berufskenntnisse in möglichst vielen Branchen fördern die Selbstständigkeit der betroffenen Volkswirtschaften aber am besten und ermöglichen den Menschen eine selbst bestimmte Zukunftsgestaltung. Bei den Lehrgängen wird bewusst darauf geachtet, dass keine Abhängigkeiten von Importen und Energie- oder anderen Rohstofffragen entstehen. Die Auswahl von umweltverträglichen Produkten ist selbstverständlich.

Die Gender Aspekte

Die Ausbildung von Frauen hat in allen nachhaltigen Projekten in Entwicklungsländern eine hohe Priorität. Sie hilft der weiblichen Bevölkerung zu einer besseren Stellung in der Gesellschaft und nutzt die Zuverlässigkeit und das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein von Frauen für eine positive gesellschaftliche Entwicklung. Safi Ouattara Diallo unterstützt diese darüber hinaus mit ihrem aufgeklärten Denken in Bezug auf die sozialen und gesundheitlichen Fragestellungen wie Aids, Beschneidungen etc..

Die Selektionskriterien für die Absolventinnen und Absolventen

Safi Ouattara Diallo legt seit dem Bestehen von "NAS MODE " grossen Wert auf transparente und stichhaltige Kriterien bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen und kümmert sich persönlich um die Seriosität und Aufrichtigkeit jeder einzelnen Bewerbung. Dank den Ausbildungsgutschriften können auch talentierte junge Menschen ohne eigene Mittel rekrutiert werden. Diese Auswahl hat sich für die Schule und die Schülerinnen und Schüler als Erfolgsmodell etabliert und wird in der sehr hohen Erfolgsquote deutlich.

Rund 80% aller Absolventinnen und Absolventen von "NAS MODE "-Lehrgängen arbeiten anschliessend aktiv in ihrem Fachgebiet. Dies kann als ausserordentlicher Beitrag zur Verwirklichung von sinnvollen Lebensentwürfen und gegen die weit verbreitete Perspektivlosigkeit bezeichnet werden. Damit kann auch ein Beitrag gegen die Auswanderungsbedürfnisse geleistet werden, die primär in den inexistenten persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten begründet sind.

Das langfristige Ziel

Aufgrund der geographischen Distanzen und der bescheidenen Verkehrsinfrastruktur besteht die Absicht mittelfristig ein neues Ausbildungszentrum mit integrierten Schlafmöglichkeiten (Internat) anzubieten. Dieses Projekt wird auch von den lokalen Behörden unterstützt, indem sie "NAS MODE" direkt am Stadtrand ein geeignetes Grundstück zu einem Vorzugspreis von EUR 13'000 für fast 6'000 m2 anbieten.

Es ist geplant, in einzelnen Etappen Klassenzimmer, Werkstätten, Büros, Schlafsäle für Männer und Frauen, einen Mensabetrieb, sanitäre Anlagen und einen einfachen Sportplatz einzurichten. Mit jährlichen Investitionstranchen von ca. EUR 20'000 könnte ein Vollbetrieb, in sinnvollen Schritten und über die nächsten Jahre verteilt, gebaut und eingerichtet werden.

Das Controlling

Safi Ouattara Diallo garantiert mit ihrer Zuverlässigkeit, ihrem wertvollen Netzwerk und ihrem umfassenden, modernen Ansatz einen erfolgreichen Projektverlauf. Durch jährliche Besuche von Bea Petri in Ouagadougou und Gegenbesuchen der Schulleiterin zu Ausbildungszwecken in der Schweiz wird eine kontinuierliche Entwicklung gewährleistet. Die Anwesenheit von Safi Ouattara Diallo ermöglicht den Geldgebern ausserdem einen Direktkontakt mit der Verantwortlichen vor Ort. Damit ist ausserdem ein ‚Draht’ zum Ausbildungsort und den Schülerinnen und Schülern sichergestellt.

Die Ausbildungslehrgänge

Konfektionsschneider/-Schneiderin Niveau A mit Modezeichnen 3 Jahre
Konfektionsschneider/-Schneiderin Niveau B ohne Modezeichnen 3 Jahre
Kosmetik/Maske für Film und TV Niveau A Kosmetik, Makeup, Coiffure 2 Jahre
Kosmetikerin Niveau B Kosmetik, Makeup 2 Jahre

Mögliche Engagements

Direktbeiträge an Ausbildungslehrgänge werden mit CHF 500 kann ein Jahreslehrgang für eine Person finanziert
Infrastrukturbeiträge an das neue Zentrum Beitrag offen (siehe Abschnitt: Das langfristige Ziel)
Einfache Vereinsmitgliedschaft CHF 100 pro Jahr

Die Mittelverwendung

Steuerbefreiung für Unterstützungsbeiträge

Gemäss Artikel Art. 60 ff. ZGB ist der gemeinnützige „FÖRDERVEREIN NAS MODE“ mit Sitz in Schaffhausen eingetragen. Zuwendungen an den Verein "NAS MODE" sind steuerbefreit.

Auszug aus den Statuten


Zweck

Der Verein bezweckt die finanzielle Unterstützung des Schulungszentrums "NAS MODE" in Ouagadougou, Burkina Faso für junge Frauen und Männer. Der Verein ist nicht gewinnstrebig und verfolgt ausschliesslich und unwiderruflich gemeinnützige Zwecke.

Mittel

Zur Verfolgung des Vereinszweckes verfügt der Verein über die Beiträge der Mitglieder, welche jährlich von der Mitgliederversammlung festgelegt werden, sowie weitere DONATEen.

Mitgliedschaft

Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden, die ein Interesse an der finanziellen Unterstützung des Schulungszentrums "NAS MODE" in Ouagadougou, Burkina Faso hat, oder jungen Personen vor Ort direkt eine Ausbildung mitfinanzieren will.

Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind ehrenamtlich tätig.

Auflösung des Vereins

Die Auflösung des Vereins kann mit einer einfachen Mehrheit beschlossen werden, wenn drei Viertel aller Mitglieder an der Versammlung teilnehmen. Nehmen weniger als drei Viertel aller Mitglieder an der Versammlung teil, ist innerhalb eines Monats eine zweite Versammlung abzuhalten. An dieser Versammlung kann der Verein auch dann mit einfacher Mehrheit aufgelöst werden, wenn weniger als drei Viertel der Mitglieder anwesend sind.

Bei einer Auflösung des Vereins fällt das Vereinsvermögen an eine Institution, welche den gleichen oder einen ähnlichen Zweck verfolgt, die ebenfalls steuerbefreit ist, nicht gewinnstrebig ist und ausschliesslich und unwiderruflich gemeinnützigen Zwecken dient.

Inkrafttreten

Diese Statuten sind an der Gründungsversammlung vom 28. Februar 2009 angenommen worden und mit diesem Datum in Kraft getreten.

Die Finanzen

Der Finanzplan basiert auf den bisherigen Erfahrungen und den bestehenden Mitgliedschaften des Fördervereins. Die heutigen Aktivitäten von "NAS MODE" können damit auf eine deutlich solidere Basis gestellt und moderat ausgebaut werden. Bei einer Realisation des neuen Zentrums/Campus fallen zwar Investitionen an, gleichzeitig können aber auch Mietkosten von CHF 9'500 pro Jahr eingespart werden.

Die Beiträge werden in monatlichen Tranchen an "NAS MODE" überwiesen und ein kontinuierliches Reporting ist sichergestellt. Es sind keine Dritt- oder Regierungsstellen in die Transaktionen involviert.

Die Kontrollstelle

byKK Knecht + Kübler
Müllerstrasse 10
8004 Zürich

Ansprechspartnerin für Details ist Frau Sue Knecht, Telefon 044 222 00 50

Die Kontrolle der Vereinsrechnung durch byKK erfolgt ehrenamtlich.

Schlussgedanken von Bea Petri

Das Projekt des Fördervereins "NAS MODE"ist primär meinem Zusammentreffen mit Safi Ouattara Diallo zu verdanken. Der einmonatige Einsatz zeigte mir schnell, dass eine nachhaltige Wirkung nur mit einem längerfristigen Engagement und Herzblut verwirklicht werden kann. Die jungen Frauen und Männer in diesem afrikanischen Land verdienen unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung, denn sie sind bereit, ihr Leben und ihre Zukunft selbst in die Hände zu nehmen. Allerdings fehlen ihnen oft die beruflichen Basiskenntnisse, um in einer modernen Gesellschaft ökonomisch bestehen zu können. Safi Ouattara Diallo hat mir mit ihrem Engagement aber auch gezeigt, dass zu einer positiven Entwicklung eine aufgeklärte Haltung gegenüber gesellschaftlichen Fragen gehört. In ihren Bemühungen für eine neue Generation von selbstverantwortlichen Mitmenschen, möchte ich diese intelligente und aussergewöhnliche Frau deshalb weiterhin mit finanziellen Mitteln für ihre Berufsschule unterstützen. Das Fernziel ist ein vorbildlicher Ausbildungsbetrieb, der mit einem Campus auch Frauen und Männer aus unterschiedlichen Schichten fördern und weiterbringen kann.

Ich habe mich gegenüber diesen Menschen in Ouagadougou verpflichtet, ihren Weg zu begleiten und engagiert mitzutragen. Dafür bin ich auf die Unterstützung von weiteren Kreisen angewiesen, die mein Vertrauen in eine bessere Zukunft für die jungen Afrikanerinnen und Afrikaner teilen.

Für ihre Aufmerksamkeit bedanke ich mich ganz herzlich!

Bea Petri

Kontakt

Bea Petri
Förderverein "NAS MODE"
Kasernenstrasse 21
8004 Zürich

Telefon: +41 44 383 11 87
Email: beapetri@mac.com

 Geschäftsbericht 2013